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Citizen Scientists im Raum Köln gesucht

Gemeinschaftsprojekt SMARAGD untersucht gesundheitliche Auswirkungen von Luftschadstoffen

Jülich, 29. März 2021 – Luftschadstoffe gefährden die Gesundheit. Die möglichen Folgen sind vielfältig und reichen von kurzfristigen Atembeschwerden bis zu chronischen Erkrankungen. Die Schadstoffbelastung variiert jedoch von Ort zu Ort – das macht es schwierig, deren gesundheitliche Auswirkungen zu untersuchen. Das Citizen Science Projekt SMARAGD verknüpft daher Informationen zur lokalen Schadstoffbelastung mit Gesundheitsdaten. Ab heute können sich interessierte Bürgerwissenschaftler*innen aus dem Raum Köln für die Teilnahme bewerben.

Obwohl die Luftschadstoffbelastung in Deutschland in den letzten Jahren tendenziell zurückgegangen ist stellen Luftschadstoffe weiterhin eine erhebliche Belastung dar – insbesondere in Großstädten. Mobile Messungen – wie mit dem Jülicher MobiLab – zeigen jedoch, dass sich die Belastung sogar von Straße zu Straße stark unterscheiden kann. Die fehlenden hochaufgelösten Daten erschweren die Interpretation epidemiologischer Studien zur Gesundheitswirkung von Schadstoffen.

Das Citizen Science Projekt SMARAGD (Sensoren zur Messung von Aerosolen und Reaktiven Gasen und Analyse ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit) verknüpft daher Daten zur individuellen Schadstoffbelastung mit Gesundheitsdaten. Das Pilotprojekt ist auf ein Jahr angelegt. Sein Ziel ist es herauszufinden, ob man auf diesem Weg den Einfluss lokaler Schadstoffbelastung in deutschen Innenstädten auf akute Atemwegsinfektionen untersuchen kann.

Fokus auf SARS-CoV-2

Die Bürgerwissenschaftler*innen installieren dazu an ihrem Wohnort im Großraum Köln Sensoren, die die Schadstoffbelastung messen, und geben mit einer E-Health App über ihr Smartphone oder ihren Computer Echtzeit-Rückmeldungen über ihren Gesundheitszustand. Der Fokus liegt dabei auf Atemwegsinfektionen inklusive COVID-19. Die erhobenen Schadstoffbelastungen und Gesundheitsdaten werden innerhalb des Projektes miteinander verknüpft, sodass mögliche Zusammenhänge untersucht werden können.

SMARAGD-SensorenDie Sensoren messen die Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3). Die Konzentration von Partikeln mit einem Durchmesser bis zu 2.5µm sowie 10µm werden mittels Lichtstreuung erfasst. Die Sensoren befinden sich in einem Gehäuse, das außerhalb der Wohnung angebracht wird, um die Belastung mit Luftschadstoffen über einen Zeitraum von 12 Monaten zu erfassen. Die Sensoren senden die Daten an einen Server in Jülich, wo die Resultate anonymisiert visualisiert werden.
Copyright: PressEveryKey/Tim Becker, FZ Jülich/Robert Wegener

Die Sensoren für die Schadstoffe – Feinstaub, Stickoxide, Ozon und Kohlendioxid – wurden gemeinsam vom Forschungszentrum Jülich und der Firma PressEveryKey aus Köln entwickelt. Die Geräte werden am Forschungszentrum Jülich kalibriert und dann an die Bürgerwissenschaftler*innen versendet, die die Messinstrumente selbst bei sich zu Hause anschließen können. Sie benötigen Stromversorgung und WLAN.

Die Gesundheitsdaten – fokussiert auf Atemwegsinfektionen – werden über die App PIA ("Prospektive Monitoring und Management-App") gesammelt. Die App wird in wöchentlichen Abständen nach dem Gesundheitszustand fragen, zusätzliche Meldungen bei akuter Erkrankung sind jederzeit möglich. Dann haben die Bürgerwissenschaftler*innen auch die Möglichkeit, selbstständig einen Nasenabstrich zu entnehmen und einzusenden. Diese werden dann an der Medizinischen Hochschule Hannover auf gängige respiratorische Viren untersucht und die Ergebnisse über die App individuell zurückgemeldet.

Ablauf SMARAGDAblauf Projekt SMARAGD
Copyright: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung/ Hurtig/Pernitzsch

Gemeinschaftsprojekt für den Großraum Köln

SMARAGD ist ein Gemeinschaftsprojekt des Forschungszentrums Jülich, des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und des Helmholtz Zentrums München, welches gemeinsam mit den Bürgerwissenschaftsgruppen des OK Lab Köln und der Cologne School of AI geplant und durchgeführt wird. Als Citizen-Science-Projekt sollen die Belange und Wünsche von Bürger*innen miteinbezogen werden.

Finanziert wird das Projekt von der Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen einer Pilotierung von Projekten mit Bürgerwissenschaftlern. Als Pilot-Projekt fokussiert sich SMARAGD ausschließlich auf Bürger*innen im Großraum Köln.

100 Bürgerwissenschaftler*innen gesucht

Ab heute können sich 100 interessierte Bürger*innen für SMARAGD registrieren lassen. Teilnehmen können alle interessierten Menschen über 18 Jahren, die unter einer der folgenden Postleitzahlen in und um Köln leben:
50667, 50668, 50669, 50670, 50672, 50673, 50674, 50675, 50676, 50677, 50678, 50679, 50681, 50687, 50696, 50697, 50705, 50724, 50727, 50733, 50735, 50737, 50739, 50746, 50764, 50765, 50766, 50767, 50768, 50769, 50773, 50775, 50793, 50819, 50820, 50823, 50825, 50827, 50829, 50832, 50833, 50835, 50858, 50859, 50868, 50877, 50887, 50895, 50907, 50923, 50931, 50933, 50935, 50937, 50939, 50968, 50969, 50973, 50978, 50982, 50986, 50989, 50993, 50996, 50997, 50999, 51027, 51061, 51063, 51065, 51067, 51068, 51069, 51093, 51100, 51103, 51105, 51106, 51107, 51109, 51127, 51130, 51143, 51145, 51147, 51149, 51154, 51157, 51173, 51243, 51301, 51368

Über die E-Mail smaragd@helmholtz-hzi.de können Interessierte weitere Informationen erhalten und sich für das Projekt registrieren lassen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung vom 16. August 2019

Website SMARAGD

e-health App PIA

Ansprechpartner:

Dr. Robert Wegener
Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8)
Telefon: 02461 61-6914
E-Mail: r.wegener@fz-juelich.de

Dr. Natalie Kille
Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8)
Telefon: 02461 61-85228
E-Mail: n.kille@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Dr. Regine Panknin
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61-9054
E-Mail: r.panknin@fz-juelich.de