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Neue Vorständin startet: Prof. Frauke Melchior

Am Donnerstag, 1. April, startet Prof. Frauke Melchior als Vorständin im neu geschaffenen wissenschaftlichen Geschäftsbereich „Lebenswissenschaften“ (VS-III). Zu diesem gehören das Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG), das Institut für Biologische Informationsprozesse (IBI) und das Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM). Die 58-jährige Biochemikerin hatte zuvor eine Professur für Molekularbiologie am Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH) der Universität Heidelberg inne. Im Interview erzählt sie, was sie in Jülich vorhat.

Prof. Frauke MelchiorProf. Frauke Melchior
Copyright: Veronika Solaris


Frau Prof. Melchior, Sie kennen ja beide Welten: Forschung und Wissenschaftsmanagement: In welcher Welt fühlen Sie sich wohler?

Melchior: Ich fühle mich in beiden Welten sehr wohl. Beide gehören für mich auch fest zusammen – das eine geht nicht ohne das andere. Von Grund auf bin ich Forscherin und werde es im Herzen immer bleiben. Sowas legt man ja nicht ab. Aber egal, zu was ich studiert oder geforscht habe – ob Metallorganik, Pflanzenbiochemie oder SUMO-Proteine: Ich habe schon immer mehr die Prozesse des Forschens geliebt als einzelne Themen. Und von diesen Prozessen kann ich Vieles auf wichtige Bereiche des Wissenschaftsmanagements übertragen – etwa die Forschungsförderung und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung.

Blicken wir einmal auf Jülich: Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe als Vorständin am Forschungszentrum besonders?

Melchior: Die große naturwissenschaftliche Breite hier ist wirklich faszinierend! Allein schon in Jülichs Lebenswissenschaften reicht der Themenfächer von Neuromorphem Computing und Alzheimer über Pflanzen- und Bodeninteraktion bis hin zu Biotechnologie und biochemischer Signalübertragung. Um in Jülich gut anzukommen und meine Arbeit mit dem INM, IBG und IBI zu beginnen, hilft es mir, dass es in jedem der drei Institute Aspekte gibt, an die ich mit meiner bisherigen wissenschaftlichen Expertise bestens anknüpfen kann. Und dies erleichtert es mir gleichzeitig, Zugang zu den übrigen Themen aller drei Institute zu finden, die mir neu sind.

Was möchten Sie am Forschungszentrum erreichen?

Melchior: Ich möchte Rahmenbedingungen schaffen, die es unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermöglichen, möglichst gut zu arbeiten – egal, ob es darum geht, die richtige Ausstattung für die Forschung zur Verfügung zu haben, neue interdisziplinäre Brücken zu schlagen und auszubauen, Begutachtungen bestmöglich zu bewältigen oder Wissen erfolgreich in die Gesellschaft und Anwendung zu tragen. Ich sehe mich als Lenkerin, Impulsgeberin und Beraterin – und verstehe den Vorstand hier als Führungsteam, das eng zusammenarbeitet.

Gibt es ein Thema neben der eigentlichen Wissenschaft, das Ihnen besonders wichtig ist?

Melchior: Nun, die Nachwuchsförderung von Promovierenden bis zu befristeten Gruppenleiterinnen und -leitern hat mich jahrelang als Thema begleitet und liegt mir sehr am Herzen. In der Deutschen Forschungsgemeinschaft war ich sechs Jahre Mitglied im Senatsausschuss für Graduiertenkollegs und habe dort viele Konzepte der Doktorandenausbildung kennengelernt. Und als Prodekanin für Forschung in Heidelberg habe ich viele junge Forschende auf dem Weg zur Professur beraten. Deshalb möchte ich aktiv dabei mitwirken, Jülich noch attraktiver für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch – und Ihnen einen guten Start in Jülich!

Interview: Hanno Schiffer (UK-I)