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Untersuchung der zerebralen O-(2-[18F]Fluorethyl)-L-Tyrosin-Aufnahme bei Epilepsie-Modellen der Ratte

27. Mai 2020

Carina Stegmayr, Rainer Surges, Chang-Hoon Choi, Nicole Burda, Gabriele Stoffels, Christian Filß, Antje Willuweit, Bernd Neumaier, Alexander Heinzel, N. Jon Shah, Felix M. Mottaghy, Karl-Josef Langen

Epileptische Anfälle sind ein häufiges Symptom von Hirntumoren, wobei zwischen 20-40 % der Patienten Anfälle vor der Diagnose und weitere 20-40 % der Patienten Anfälle im Verlauf der Erkrankung erleiden. Bei niedriggradigen Tumoren kann die Inzidenz von Anfällen über 80 % betragen.

Die Kontrolle dieser Anfälle hängt von der Art der Behandlung des Hirntumors und dem Ansprechen des Patienten auf Antiepileptika ab.

Der Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bei der Diagnose von Hirntumoren und der Behandlungsplanung ist seit langem etabliert und ermöglicht die Messung von Stoffwechsel- und pathologischen Prozessen im Gehirn. In einer kürzlich von Hutterer et al. veröffentlichten PET-Studie an Hirntumorpatienten wurde angenommen, dass eine hohe, länger andauernde und schließlich reversible zerebrale Aufnahme des Aminosäure PET-Tracer O-(2-[18F]Fluorethyl)-L-Tyrosin ([18F]FET) im Gehirn auf ein Tumorrezidiv hindeutet. Nach histologischer Befundung und Verlaufskontrolle wurde jedoch festgestellt, dass diese Anhäufung durch vorangegangene epileptische Anfälle verursacht wurde.

Als Reaktion auf diesen Befund untersuchte diese Forschungsarbeit die zerebrale [18F]FET-Aufnahme in zwei chemisch induzierten Ratten-Epilepsie-Modellen und bei Patienten mit fokaler Epilepsie, um weiter zu untersuchen, ob dieses Phänomen einen möglichen Pitfall in der Hirntumordiagnostik darstellt und ob [18F]FET ein potentieller Marker zur Lokalisierung epileptischer Herde sein könnte.

Auf der Grundlage der gesammelten Daten konnten weder in den Rattenmodellen noch in der Patientenkohorte Hinweise auf eine erhöhte zerebrale [18F]FET-Aufnahme nach epileptischen Anfällen gefunden werden. Die Forschung kommt zu dem Schluss, dass epileptische Anfälle per se keine länger andauernde erhöhte [18F]FET-Akkumulation verursachen und daher kein Grund für falsch-positive Diagnosen in der Hirntumordiagnostik darstellen.

Referenzen

Hutterer M, Ebner Y, Riemenschneider MJ, Willuweit A, McCoy M, Egger B, Schroder M, Wendl C, Hellwig D, Grosse J, Menhart K, Proescholdt M, Fritsch B, Urbach H, Stockhammer G, Roelcke U, Galldiks N, Meyer PT, Langen KJ, Hau P, Trinka E (2017) Epileptic activity increases cerebral amino acid transport assessed by 18F- fluoroethyl-l-tyrosine amino acid PET: a potential brain tumor mimic. J Nucl Med 58:129–137

Original publication:

Investigation of Cerebral O-(2-[18F]Fluoroethyl)-L-Tyrosine Uptake in Rat Epilepsy Models


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